Was ist die Void Rate?
Was es bedeutet
Die Void Rate ist der Prozentsatz an Artikeln in einer Großbeschaffung – einem Lot, einer Kiste oder einem Großhandelseinkauf –, die defekt, beschädigt oder anderweitig nicht verkaufbar sind. Hierbei geht es nicht nur um Transportschäden; es umfasst auch Artikel, die funktional kaputt, unvollständig oder unter der minimal akzeptablen Verkaufsqualität liegen. Der allgemeine Fachbegriff dafür ist „Ablehnungsquote“ (reject rate). Für Wiederverkäufer erhöht dies direkt die tatsächlichen Anschaffungskosten des nutzbaren Inventars. Eine hohe Void Rate bedeutet, dass ein größerer Teil des Kaufpreises für wertlosen Bestand ausgegeben wird.
Was es mit dem Preis macht
Die Void Rate wirkt als direkter Multiplikator auf die Anschaffungskosten. Wenn ein Lot für \$1.000 angeboten wird und die Void Rate 20% beträgt, beträgt die effektive Kostenbasis für die verbleibenden 80% verkaufbaren Inventars \$1.250 (1000 / 0.80). Das erhöht die Stückkosten effektiv um 25%. Eine Void Rate von 5% ist bei Hochvolumen-Niedrigwert-Lots akzeptabel. Eine Void Rate von über 30% erfordert einen erheblichen Rabatt, oft unter der Bedingung, dass der Lot-Preis vor der Kaufabwägung um 20–30% reduziert wird. Wenn ein Lot von 100 Artikeln für \$100 angeboten wird und 30 davon als Void gelten, müssen die verbleibenden 70 Artikel im Durchschnitt für \$1,43 verkauft werden, um die anfänglichen Kosten zu decken.
Wie man sie erkennt
Die Void Rate wird oft erst bei der Inspektion sichtbar. Verkäufer müssen hochauflösende Bilder des *gesamten* Lots bereitstellen, nicht nur repräsentative Muster. Achten Sie auf inkonsistente Verpackungen, nicht übereinstimmende Nummerierungen oder offensichtliche Anzeichen von Wasserschäden oder Quetschungen auf den bereitgestellten Fotos. Bei Sammlerstücken sollten Sie spezifische Zustandsberichte anfordern, die fehlende Komponenten detailliert auflisten (z. B. fehlende Handbücher, lose Teile). Wenn ein Verkäufer „near mint“ (nahezu neuwertig) angibt, aber die Lot-Fotos erhebliche Randabnutzung an mehreren Stücken zeigen, wird die Void Rate durch Falschdarstellung künstlich aufgebläht.
Klug kaufen
Die Bezahlung eines Aufpreises für eine niedrige Void Rate ist nur dann gerechtfertigt, wenn die *Qualität* des verbleibenden Inventars außergewöhnlich hoch ist oder wenn die Artikel selten und unersetzlich sind. Wenn die Artikel gewöhnlich sind, überwiegt das Risiko einer hohen Void Rate den potenziellen Gewinn. Ein fairer Deal beinhaltet, dass der Verkäufer *vor* der Zahlung einen garantierten, dokumentierten Void Rate Prozentsatz angibt. Wenn der Verkäufer dies nicht liefern kann, sollte der Kauf als hochriskantes Spekulationsgeschäft behandelt werden, das einen Rabatt von 15–25% auf den Angebotspreis verlangt, um das unbekannte Risiko auszugleichen.
Klug verkaufen
Wenn Sie Artikel aus einem Großlot anbieten, ist Transparenz bezüglich der Void Rate ein Verkaufsargument, kein Nachteil. Wenn ein Lot mit einer bekannten Void Rate von 10% gekauft wurde, ist das resultierende Inventar inhärent geprüft. Die Auflistung des Artikels mit einem Hinweis wie „Aus geprüftem Lot; 90% bestätigt verkaufbar“ erhöht die Glaubwürdigkeit. Das wirkungsvollste Wort, um einen Aufpreis zu erzielen, ist „Inspected“ (geprüft). Dies impliziert, dass der Wiederverkäufer das Risiko übernommen und den Zustand verifiziert hat, sodass der Käufer dem angegebenen Grad vertrauen kann, ohne selbst eine umfangreiche Sorgfaltspflicht durchführen zu müssen.
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